DAMALS

Inmitten der Bergstraße, umrahmt von Wein- und Obstgärten entstand 1861 bis 1865 eine der modernsten psychiatrischen Kliniken ihrer Zeit. Im Zusammenspiel von Landschaft, Garten- und Baukunst schufen der Arzt Dr. Georg Ludwig und die Architekten Christian Friedrich Stockhausen, Friedrich Obenauer und Paul Amelung ein Gesamtkunstwerk des Klassizismus.

Streng symmetrisch, wie bei einem barocken Schlossbau, betteten sie die Hauptgebäude und Seitenflügel zwischen dem Lauf des Erbachs und den sonnigen Hängen des Odenwaldes ein. In Ordnung, Licht und Weite sollten die Patienten Entspannung für Körper und Geist finden. Neben Blumen und Sträuchern pflanzte man vorwiegend Laubbäume, um den Park hell und freundlich wirken zu lassen. Diese Atmosphäre half den Patienten bei der Erholung.

Außergewöhnlich sind die 20 exotischen Gehölzarten aus dem Mittelmeerraum, Amerika und dem Fernen Osten, die im milden Klima der Bergstraße zu einem Arboretum von Baum-Giganten heranwuchsen.

 

Zwischen 1905 und 1910 wurde der älteste bekannte Lageplan der Klinik gezeichnet, der auch die Parkanlagen zeigt. Während die Gliederung des Parks der Realität entprechen dürfte, sind Standorte und Verteilung der Bäume nicht exakt wiedergegeben.
Auf dieser zwischen 1892 und 1918 gefertigten Fotografie posieren die Mitarbeiter der Klinik auf dem Rondell vor dem Verwaltungsgebäude.

 

 


HEUTE

Nach über 150 Jahren erwarben wir, terraplan, 2014 das Areal mit Arboretum und ehemaliger Klinik. Das Gebäude-Ensemble wird in drei Bauabschnitten restauriert und es entstehen 177 Eigentumswohnungen. Mit der Restaurierung des Gebäudes steht auch das Arboretum den zukünftigen Bewohnern zur Verfügung.

 

Im Arboretum Heppenheim wurden ca. ein Dutzend Lebensbäume kreisförmig im Rondell der Vorfahrt angepflanzt. Obwohl nach rund 150 Jahren viele Stämme sichelwüchsig sind, ist der Bestand offenbar vollständig und dicht. Dieses Ensemble aus Thuja-Pflanzen steht in der Liste der geschützten Naturdenkmale.